Vom 16.10.1998
Faktor 10
Venture-Kapital statt Übernahme
Aber auch die kommende Welle der Java-basierenden Devices, vom PDA bis zur intelligenten Fernbedienung, könnten effektiver arbeiten, da die Transfers vom und zum Server wesentlich schneller ablaufen. Neue Appletversionen, große Parameterfelder für die Heizungssteuerung oder das Tagesprogramm für die TV-Fernbedienung könnten sofort nach dem Einschalten des Gerätes zur Verfügung stehen. Ohne gute Kontakte geht im Valley kaum noch etwas. Zu viele neue Techniken konkurrieren um die Aufmerksamkeit von Venture-Kapital-Gebern, von Herstellern und letztendlich Anwendern. Auch hier hat Interprophet anscheinend seine Hausaufgaben gemacht. Einen einflußreichen Internet-Veteranen wie Vinton Cerf für die eigene Sache zu gewinnen, war für Lynne Greer Jolitz ganz wichtig: "Vinton hatte die Vision vom TCP - fähigen Endgerät in jedem Haushalt - in jeder Ecke, kurz: überall. Nachdem er sich unsere Ideen genau angesehen hat, war es für ihn klar, als Board-Mitglied aktiv am Erfolg mitzuarbeiten. Schließlich garantiert unserer Erfolg auch den Erfolg seiner Vision". Bill Jolitz konnte zudem bei Tandem wichtige Erfahrungen bei der Vorbereitung des Aufkaufes interessanter Firmen sammeln. Die Kenntnisse um die Tricks der "anderen", das heißt geldgebenden Seite, sind für ihn heute unbezahlbar. Interprophet erhielt die erste siebenstellige Finanzspritze im November 1997 - unter anderem vom TCP/IP-Veteranen der siebziger und achziger Jahre und heutigen privaten Venture-Kapitalgeber Dan Lynch. Gerade hat die Firma Interprophet die zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. Ein erstes Übernahmeangebot eines großen Anbieters lehnte man dankend ab. (gob)
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